Präsenzzeit wertvoll nutzen

Worum geht es?
Die sozialen Einschränkungen der Corona-Pandemie haben vielen von uns den Wert des persönlichen Kontakts in Präsenz eindrücklich gezeigt. Vor dem Hintergrund dieser Erfahrungen schlagen wir vor, die Lehrveranstaltungszeit vor Ort stärker als Premiumzeit zu betrachten, die sich durch mehr Qualität statt Quantität auszeichnet.

Wie können wir dies in der Lehre erreichen? Z. B. indem wir einen stärkeren Fokus auf Lernaktivitäten für alle Anwesenden legen und frontale Darbietungen in unseren Vorlesungen, Seminaren und Referatskursen reduzieren. Das Ziel ist es, mehr Interaktivität statt Passivität unserer Studierenden anzuregen.

Warum lohnt es sich, dies umzusetzen?
Weil didaktisch sinnvoll aufbereitet und am Lehr-/Lernziel orientierte Lernaktivitäten das nachhaltige Lernen fördern (vgl. Ulrich, 2020).

Im Folgenden finden Sie zum einen konkrete Anregungen, wie Sie Präsenzzeit sinnvoll nutzen können. Am Seitenende haben wir für Sie zum anderen konkrete Praxistipps hinterlegt.

Präsenzlehre zum persönlichen Austausch

Die Einschränkungen der Corona-Pandemie haben sowohl Lehrenden als auch Studierenden den Wert des persönlichen Kontakts eindrücklich gezeigt.

Vor dem Hintergrund dieser Erfahrungen schlagen wir vom DLL-Team vor, die Lehrveranstaltungszeit vor Ort als Premiumzeit zu betrachten und insbesondere zu nutzen, um mit den Studierenden in einen persönlichen, interaktiven Austausch zu treten. Um die Präsenzzeit als „Premiumzeit“ zu nutzen, könnten Sequenzen, in denen theoretischer Input vermittelt wird, gezielt verkürzt werden. Ggf. bietet es sich an, den Input aus der Lehrveranstaltungszeit auszulagern (z.B. in Form von Lehrvideos) oder ihn bewusst in knapperen Vorträgen zu erklären. Die so gewonnene Zeit kann für die Vertiefung und Diskussion genutzt werden.

Extracurriculares stärken

Haben Sie die Sorge, durch einen einen allzu einseitigen Fokus auf die Flexibilisierung und Individualisierung von Lernen und Studieren bestehe die Gefahr, dass sozialer Austausch und Zusammengehörigkeitsgefühl zunehmend vernachlässigt werden könnten?

Extracurriculare Präsenzveranstaltungen könnten in Zukunft eine besonders wichtige Rolle für den sozialen Austausch einnehmen – sowohl für Studierende untereinander als auch den Austausch zwischen Studierenden und Mitarbeiter*innen sowie Institutionen der Universität.

Einige solcher Angebote (institutsspezifische Ringvorlesungen, Kolloquien, Workshops, aber auch die Friedensgespräche, Scientists for Future-Vortragsreihe etc.) bestehen bereits, werden jedoch mitunter von nur wenigen Studierenden besucht. Deshalb könnte bereits viel erreicht werden, wenn Studierende besser in diese Angebote eingebunden bzw. die Angebote verstärkt beworben werden und, wo nötig, das bestehende Angebot erweitert wird.

Praxistipps: Wie Sie Präsenzzeit wertvoll nutzen können

Hier finden Sie eine Sammlung von Praxistipps, mit denen Sie die Ideen mit unterschiedlichem Aufwand (Mini, Midi, Maxi) in Ihrer Lehre umsetzen können.

Klicken Sie auf das Bild, um sich durch alle Praxistipps zu navigieren. Sie gelangen jeweils zum nächsten Tipp, indem Sie auf die Pfeiltasten an der Seite klicken.

Bitte beachten Sie: Die auf den Praxistipp-Karten enthalten Links können Sie in der Bildergalerie nicht anklicken.

Alle Tipps finden Sie auch gebündelt in der Praxistipps PDF-Datei ‚Wertvolle Präsenz‘.

Wir stellen Ihnen diese Sammlung als Open Educational Ressource (OER) unter der CC BY 4.0 Lizenz zum Download, zur freien Weiterverbreitung und zum Remixen zur Verfügung.

Literatur

Ulrich, I. (2020). Gute Lehre in der Hochschule. Wiesbaden: Springer. https://doi.org/10.1007/978-3-658-31070-7_7